Lesen macht Kinder schlau

Paten sollen bei einem Projekt der Bürgerstiftung “Junges Fichtelgebirge” in den Kindergärten Geschichten vortragen.
2009_10_31

Über 20 Vorlesepaten werden künftig in Kindergärten des Landkreises Wunsiedel den Kindern das Abenteuer „Lesen“ näher bringen. Im Bild ein Großteil der Lesepaten zusammen mit Gerhard Schurig, Johannes Herzog (vordere Reihe, Erster und Zweiter von links) und Rosemarie Döhler (vordere Reihe, Dritte von links) vom Vorstand der Bürgerstiftung „Junges Fichtelgebirge“ sowie Wunsiedels zweite Bürgermeisterin Margit Widenmayer (rechts).

Wunsiedel – Das von der Bürgerstiftung „Junges Fichtelgebirge“ initiierte Projekt „Vorlesepaten“ stößt auf große Resonanz. Eine Vielzahl von Kindergartenleiterinnen und Vorlesepaten hatten sich in der Wunsiedler Stadtbibliothek eingefunden, um gemeinsam in das Projekt zu starten.
Vorlesen macht Kinder schlau, könnte man als Fazit zusammenfassen, was zahlreiche unterschiedliche Studien zu diesem Thema belegen. Karin Medick, die Leiterin der Stadtbibliothek in Wunsiedel, freut sich deshalb auch besonders über das rege Interesse an dem Vorlesepatenprojekt, das auch von den Büchereien in Arzberg, Marktredwitz, Selb und Wunsiedel unterstützt wird.

Zu wenig Personal fürs Vorlesen
Johannes Herzog, Vorstandsvorsitzender der VR-Bank Fichtelgebirge und Geschäftsführer der Bürgerstiftung, sagte, es gäbe Kinder, denen bis zu ihrem dritten Lebensjahr nur insgesamt 20-30 Stunden vorgelesen worden sei. Als Kernproblem stellte Herzog dar, dass häufig auch in Kindergärten nicht die personelle Ausstattung zum Vorlesen vorhanden sei. Dies sei für den Vorstand der Bürgerstiftung, dem auch Landratsgattin Rosemarie Döhler und Gerhard Schurig angehörten, Anlass gewesen, mit dem Projekt „Vorlesepate“ im Landkreis Wunsiedel neue Wege zu beschreiten.
Mit Hilfe von ehrenamtlichen Vorlesern soll Kindern nun das Abenteuer „Lesen“ nahe gebracht werden. Aus den angeschriebenen Kindergärten im Landkreis sei man bei der Bürgerstiftung von einer stattlichen Zahl an positiven Rückmeldungen zu dem Projekt überrascht worden, so Johannes Herzog. Die zweite Überraschung habe man dann bei der Informationsveranstaltung im Mai 2009 erlebt, zu der sich rund 20 Vorlesepaten eingefunden hätten. Zwischenzeitlich habe man nun die Vorlesepaten den einzelnen Einrichtungen zugeordnet und hoffe, dass die Vorlesepaten mit ihrer Arbeit bis Ende dieses oder spätestens Anfang nächsten Jahres beginnen könnten.
Herzog stellte anhand von Studienergebnissen unter anderem die Stiftung „Lesen“ dar, welche fundamentalen Bildungsimpuls des Vorlesens gebe. Es fördere nicht nur die Sprach- und Ausdrucksmöglichkeiten, sondern stärke die Sozialkompetenz und vermittle Geborgenheit und Nähe. Immerhin hätten 37 Prozent der befragten Kinder gesagt, ihnen werde nie vorgelesen. Dabei sei die „Vorlese-Lücke“ kein Unterschichtenproblem, Einkommen und Bildungsgrad der Eltern spielen fast keine Rolle. Doch die Studie habe laut Herzog auch zutage gefördert, dass Eltern offenbar weit weniger vorlesen als sie selbst sagen, denn nur 18 Prozent der Eltern erklärten sie würden nicht vorlesen. Statt des Gute-Nacht-Geschichten-Rituals findet heutzutage laut der Studien offenbar eher eine Berieselung der Kleinen mit dem Fernsehr statt.

Für glückliche Kinder
„Ich denke, Generationen von Kindern werden über dieses Projekt glücklich sein“, stellte zweite Bürgermeisterin Margit Widenmayer fest. Vorlesen sei in der Familie ein gemeinsames Erlebnis, das bedeute, sich Zeit füreinander zu nehmen, Ruhe zu finden und den Tag gemeinsam zu beschließen.
Die Resonanz auf das Vorlesepaten-Projekt sei beeindruckend, freut sich Rosemarie Döhler über
die zahlreichen Frauen und Männer, die sich dazu bereit erklärt haben, vorzulesen.

Diese Kindergärten sind dabei
Die Vorlesepaten werden künftig in folgenden Kindergärten die Kinder regelmäßig in die Freude am Lesen einführen: Villa Weinberggasse und Kindergarten Sonnenschein, Arzberg; Kindergarten Kunterbunt, Marktleuthen; Kindergarten Arche Noah und St. Elisabeth, Marktredwitz; Katholischer Kindergarten Schönwald; Kindergarten Thiersheim; Kindergarten Sonnenschein, Tröstau; Kindergarten Wunsiedel-Holenbrunn; Kinderhaus Sternenzelt, Maxi-Kindergarten und Kindergarten St. Franziskus, Wunsiedel; Kindergarten Schönbrunn; Dekan-Schindler-Haus, Christopherus-Kindergarten, Martin-Luther-Kindergarten sowie Kindergarten Herz-Jesu und Zum guten Hirten, Selb; Schulvorbereitende Einrichtung der Siebensternschule Selb.

Leave A Reply