Hilfe für junge Familien als oberstes Ziel

2008_02_09
Staatssekretärin Melanie Huml vom Sozialministerium überreicht Stiftungsurkunde –
Bereits 102 748 Euro gesammelt

Marktredwitz – Die Belange von Kindern und Jugendlichen, jungen Erwachsenen und jungen Familien als unabhängige und gemeinnützige Stiftung zu fördern – darauf baut die Namensgebung der Bürgerstiftung „Junges Fichtelgebirge“ auf.
Nach der Initiative der VR-Bank Marktredwitz fiel nun mit der feierlichen Übergabe der Stiftungsurkunden an engagierte Bürger des Landkreises der Startschuss für ein wohltätiges Großprojekt. Johannes Herzog, Vorstandsvorsitzender der VR-Bank Marktredwitz, hieß zu diesem Anlass die Staatssekretärin Melanie Huml vom bayerischen Sozialministerium im Vortragssaal der Hauptstelle willkommen.
Unter dem Motto „gemeinsam mehr erreichen“, so Johann Herzog, sei die Bürgerstiftung „Junges Fichtelgebirge“ eine freie und gemeinnützige Stiftung von Bürgern für Bürger und stehe aufgrund ihres langfristig geplanten Vermögensaufbaus weitgehend unabhängig von kurzfristigen wirtschaftlichen Schwankungen. Ihr breiter Stiftungszweck ermögliche zugleich eine flexible Reaktion auf gesellschaftliche Veränderungen. Der Vorstandsvorsitzende erklärte, dass jeder Bürger des Landkreises, aber auch der angrenzenden Landkreise, Stifter mit dem langfristigen Ziel werden könne, die Arbeit für Kinder und Jugendliche in der Region Fichtelgebirge zu fördern.
In der Gemeinschaft verspreche sich die Bürgerstiftung eine größere Effektivität als isoliert arbeitende Vereine. Ohne Konkurrenzdenken, aber durch Bündelung der Kräfte ließen sich Synergieeffekte aus verschiedenen Projekten unter einem Dach zusammenfassen.
Dabei sei die Satzung dahingehend gestaltet worden, dass jeder, der aktiv mitmachen möchte, im „Jungen Fichtelgebirge“ einen Platz finde. Am Ende seiner Ausführungen freute sich Herzog über den hohen Kapitalstock von 102 748 Euro. Durch das stolze Potential seien die ersten Erwartungen an ein Startkapital sogar mehr als verdoppelt worden. Dafür bedankte er sich bei allen Spendern.
Staatssekretärin Melanie Huml bezeichnete es als „gelebte Subsidiarität“, wenn sich Menschen in Bürgerstiftungen, ohne auf den Staat zu warten, konkrete Projekte vornähmen. Der Einzelne könne es sich leisten, mit kleineren Beträgen Stifter zu werden und etwas Nachhaltiges für die Gemeinschaft zu erbringen. Dadurch wirke er ebenso maßgeblich an der Gestaltung einer modernen Gesellschaft mit. Ein hervorragendes und aktuelles Ziel sei die Hilfe für junge Familien, Kinder und Jugendliche durch die Bürgerstiftung „Junges Fichtelgebirge“. Je mehr die Welt zum Dorf werde, desto mehr brauchten die Menschen gemäß dem Leitsatz „Global denken – regional leben und handeln“ die feste Verankerung vor Ort.
Lebendige Demokratie
Nicht die Haltung „der Staat wird‘s schon richten“, sondern bürgerliches Engagement sei die Voraussetzung für eine lebendige Demokratie.
Landtagsabgeordneter Dr. Karl Döhler freute sich, dass das „Junge Fichtelgebirge“ ins Leben gerufen wurde. Hier könnten Menschen soziales Engagement entwickeln, ohne ein Ehrenamt wahrnehmen zu müssen. Wenn die Region gemeinsam anpacke, werde sie auch nach vorne kommen.
Diese Bürgerstiftung unterstütze es, die Interessen der Region zu bündeln, so Maximilan von Waldenfels, Mitglied der Scherdel-Geschäftsleitung. Dadurch würden Mittel dorthin verteilt werden, wo der Staat nicht hinkomme. Für musikalische Abwechslung sorgte das Ensemble der Musikschule unter der Leitung von Thomas Bartmann. Hannelore Stubenrauch moderierte die Übergabe der Stiftungsurkunden durch Staatssekretärin Melanie Huml. Den designierten Vorstandschaft stellen Rosemarie Döhler, Gerd Schurig und Johannes Herzog. Mitglieder des Kuratoriums sind Rudolf Limmer, Manfred Jahreiß, Karl Wegmann, Thomas König, Finus Gottfryd und Robert Sroka.
Im nächsten Schritt, so Johann Herzog, soll weiter um neue Stifter geworben werden. Auf diese Weise könnte in nächster Zeit das Stiftungsvermögen auf 300 000 Euro anwachsen.
Interessenten erhalten Informationen in allen Filialen der örtlichen VR-Banken oder telefonisch über die Rufnummer 09231/6020. Damit bestünden „tolle Perspektiven“, um im Jahr 2009 mit ersten Projekten und Maßnahmen zu beginnen. Es müssten Netzwerke zwischen den Unternehmen und jungen Familien geschaffen werden, damit die Menschen in dieser Region wieder Perspektiven erhalten.

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